Schön, dass Sie auf meinem Blog gelandet sind.
Hier veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen Berichte über Tiere, Umwelt und auch Berichte zum Wohnen.
Es lohnt sich also, immer mal wieder auf meiner Seite reinzuschauen.

Viel Spaß beim Lesen.

Sonnenstrom jetzt steuerfrei!

F

als Du Dich wegen der Bürokratie noch nicht an eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) getraut hast, das ist zum Glück seit dem 1. Januar 2023 vorbei. Hierzu gibt es einige Neuerungen.

Wer sich vor 2023 noch eine PV-Anlage auf sein Dach setzte, musste sich auch noch mit den Steuerthemen befassen. Muss ich Einkommenssteuer bezahlen? Muss ich ein Gewerbe anmelden? Was bedeutet Vorsteuerabzug? Bin ich Kleinunternehmer? Und noch vieles mehr.

Das wurde zum Glück seit dem 1. Januar 2023 vereinfacht. Kaufst Du Dir dieses Jahr eine PV-Anlage für Dein Hausdach, ist es jetzt fast so einfach, wie die Installation eines Stecker-Solargerätes an Deinem Balkon. Voraussetzung ist, dass die Anlage auf einem Wohngebäude oder unmittelbar daneben installiert wird, die Leistung der Anlage unter 30 kWp liegt und Du selbst der Betreiber bist.

Seit dem 1. Januar 2023 musst Du keine 19 % Mehrwertsteuer mehr auf die Lieferung und Montage der PV-Anlage und den zugehörigen Stromspeicher bezahlen. Du hast somit eine Preisersparnis von 19 %, vorausgesetzt Dein Händler gibt den „Rabatt“ auch an Dich weiter.

Bei der Anmeldung der PV-Anlage kannst Du von Anfang an sogenannter Kleinunternehmer werden und musst deshalb auch auf den erzeugten Strom keine Umsatzsteuer zahlen. Das Finanzamt kann hier aber trotzdem von Dir verlangen, eine Umsatzsteuererklärung abzugeben.

Nun zur Einkommenssteuer. Die Einkommenssteuer ist eine Steuer, die auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben wird, also auch auf Deinen erzeugten Strom. Auch hier die gute Nachricht: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom und auch die private Nutzung des Stroms zur Eigenversorgung ist von der Einkommensteuer befreit– und zwar rückwirkend, seit dem 1. Januar 2022 (es gelten obige Voraussetzungen wie bei der Mehrwertsteuer). Somit brauchst Du keinen Gewinn aus dem Solarstromgeschäft mehr ermitteln und keine Ein­nah­men­-Über­schuss­rech­nung (Anlage EÜR) mehr abgeben. Toll, oder?

Also zögere nicht länger und wage den Schritt. Du tust Dir und der Umwelt was Gutes.

Beachte bitte, dass für alle, die ihre Anlage vor 2023 installiert haben, andere Regeln gelten, die hier aber nicht ausgeführt werden.

TIPP: Lass Dich aber auf alle Fälle vor dem Kauf noch einmal ausführlich z.B. bei Deinem Steuerberaterberater oder bei der Verbraucherzentrale beraten.

Willst Du mehr über die Steuer beim Betrieb einer Photovoltaikanlage wissen, dann schaue mal zum Beispiel auf der Seite von Finanztip vorbei.

ARCHIV

Muss das sein ... eine Fliege - März 2024

Da ist sie ja schon wieder. Du hast sie sicherlich seit letztem Jahr nicht sehr vermisst. Man kann hin, wo man hin will, überall wo der Mensch ist, ist sie auch. Die Rede ist von der Stubenfliege. Genauer, der Großen oder Gemeinen Stubenfliege.

Die Stubenfliege gehört zu der Art der „Echten Fliegen“, von denen es in Deutschland rund 300 Arten gibt. Hast Du dir, vor dem Zuschlagen, unsere Stubenfliege schon mal genauer angeschaut? Dann hast Du sicherlich gesehen, dass sie überwiegend braun bis dunkelgrau gefärbt ist und unten einen gelb gefärbten Hinterleib hat. Sie stürzt sich auf alles was „weg“ muss. Darunter leider auch Dein Marmeladebrötchen. Einmal gelandet, Saugrüssel angesetzt, dann ist flüssige Marmelade gleich weggeschnorchelt. Dein Brötchen, das ist die feste Nahrung, muss die Fliege zuerst einweichen, bevor sie auch Dein Brötchen wegschnorchelt.

Ach ja, kannst Du an der Decke landen? Die Fliege schon. Ihre Flügel rotieren mit bis zu 300 Schlägen pro Sekunde. Sie kann deshalb in einer Sekunde rund drei Meter zurücklegen und dann z.B. direkt an der Decke landen. Im letzten Moment des Anflugs vollführt sie einen halben Salto. Die Vorderbeine krallen (und kleben) sich fest und durch die Wucht der Flügel, schleudert der Körper nach oben. Das „Kleben“ bewirken allerfeinste Härchen an der Sohle, unterstützt durch eine klebrige Flüssigkeit.

Das Auge der Fliege ist eine Hochleistungskamera. Du schaffst im Kino ca. 20 Bilder pro Sekunde und bei Tageslicht 60 Bilder pro Sekunde zu registrieren. Die Fliege schafft in derselben Zeit 200 Bilder. Aus 3000 Einzelaugen setzt sich die Facetten-Doppelkugel zusammen. Damit kann sie jede Feindesbewegung im Ansatz registrieren.

Fliegen werden etwa 2 – 4 Wochen alt. Das Weibchen kann in dieser Zeit bis zu 2000 Eier ablegen. Nachdem die Larven aus dem Ei geschlüpft sind, futtern sie sich durch. Dann verpuppen sie sich. Die Verpuppung dauert im Sommer manchmal nur ca. 7 Tage. Kaum aus ihrem Panzer befreit, stürzt sie sich wieder auf das erst beste Verwertbare. Da sie überall durchläuft, sammelt sie jegliche Art von Keimen und Bakterien ein. Darunter leider auch Krankheitskeime.

Ihre Lust auf Verwesendes ist der Grund dafür, dass sich Forensiker für die Stubenfliege interessieren. Das Weibchen legt ihre Eier in die Leiche und je nach Larvenstadium der Fliege, kann der Forensiker dann ablesen, wann der Tod eingetreten ist. Aber dafür kann die Fliege nichts.

Eine Fliege kann also ganz schön faszinierend sein und dabei auch enorm wichtig in den Abläufen der Natur. Deshalb nochmals zurück zu Deinem Marmeladebrötchen. Hat die Fliege sich richtig satt gefressen, dient sie vielleicht schon bald einem Frosch, einer Spinne oder einem Vogel als Nahrung. Somit trägt dann auch Dein Marmeladebrötchen indirekt Zum Erhalt von anderen Tierarten bei.

Du siehst, manchmal für uns nervig oder ekelig, aber trotzdem hat auch die Fliege ihren Platz in der Natur.

Gute Abkommen, gute Nachrichten! - April 2024

Starten wir mit guten Nachrichten ins Jahr 2024, denn sie sind in den heutigen Zeiten rar geworden. Deshalb möchten wir nochmals gleich vier davon in Erinnerung rufen.

Anfang März 2023, schafften Delegierte von 190 Nationen in New York etwas ganz besonderes. Sie einigten sich auf den Text für das Meeresschutzabkommen. Es reiht sich ein in das positive Ergebnis der Klimakonferenz vom November 2022 in Scharm al-Scheich und in Montreal in das Artenschutzabkommen wenige Wochen später. Dann im September 2023, Dubai. Der Vertrag über den Schutz der Hochsee ist bis auf Weiteres nur ein Versprechen und ein Kompromiss. In Kraft tritt er erst dann, wenn ihn mindestens 60 Staaten ratifiziert haben.

Und kürzlich im Februar 2024 noch das EU-Renaturierungsgesetz, um beschädigte Ökosysteme wieder zu renaturieren.

Was alle vier Abkommen gemein haben, es drängt die Zeit.Wir müssen jetzt Wege gehen, die für jeden von uns Einschränkungen bedeuten, um das Klimaziel zu erreichen. Wir müssen u.a. den Flächenverbrauch drastisch reduzieren, um das Artenschutzabkommen einzuhalten. Und wir müssen die Überfischung, Vermüllung und Vergiftung der Weltmeere stoppen, um das Meeresschutzabkommen zu erreichen.

Ein Zitat von Steffi Lemke, unserer Bundesumweltministerin: „… Der Ozean ist unser mächtiger Verbündeter in der Klima- und Biodiversitätskrise. Wenn wir ihn schützen, schützen wir auch uns Menschen.“

Das Meeresschutzabkommen hat u.a. zum Ziel die Hochsee zu schützen. Die Ozeane sind die Lebensversicherung der Menschheit. Ihre Fischbestände ernähren Milliarden, sie produzieren die Hälfte des Sauerstoffs zum Atmen und binden gigantische Mengen an Co2. Das neue Abkommen schafft die Möglichkeit, Meerschutzgebiete auf Hoher See einzurichten und leistet damit einen wesentlichen Anteil zum Erreichen des globalen Ziels, 30 Prozent der Weltmeere bis 2030 unter Schutz zu stellen.

Neben den Möglichkeiten zur Einrichtung von Meeresschutzgebieten wird das neue Abkommen außerdem Regeln für Umweltverträglichkeitsprüfungen schaffen. Durch die Prüfung neue geplanter Meeresnutzungen sollen schädliche Auswirkungen vermieden werden. Der Zugang und die Nutzung zu marinen genetischen Ressourcen werden neu geregelt und ein Vorteilsausgleich für Entwicklungsländer eingeführt. Gleichzeitig werden Länder des globalen Südens durch neue Finanzierungsinstrumente und die Stärkung ihrer Kapazitäten unterstützt, die Ziele des Abkommens umzusetzen.

Im Klimaabkommen in Scharm al-Scheich konnten sich die Regierungen nicht auf ausreichende Reduktione von CO2-Emissionen einigen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Aber sie schufen trotz des Widerstands reicher Staaten einen Fonds, aus dem arme Menschen im Globalen Süden für die erlittenen Verluste und Schäden durch den Klimawandel entschädigt werden sollen. Das ist gut so, ist aber nur eine Behandlung der Folgen und nicht der Ursachen.

Das Artenschutzabkommen hat u.a. zum Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- undMeeresfläche unter effektiven Schutz zu stellen, vor allem Gebiete mit hoher biologischer Vielfalt, die besonders schützenswert sind. Die Rechte indigener und lokaler Gemeinschaften sollen dabei gewahrt werden (Target 3). Weiterhin sollen 30 Prozent der geschädigten Ökosysteme an Land
und im Meer bis 2030 renaturiert werden (Target 2). Zudem sollen der Eintrag von Düngemittelüberschüssen in die Umwelt und die Risiken durch Pestizide und sehr gefährliche Chemikalien bis2030 halbiert werden (Target 7).

Das EU-Renaturierungsgesetz  als Teil des Green Deals verpflichtet das Nature Restoration Law, Mitgliedsstaaten beschädigte Ökosysteme zu renaturieren. Dieses weltweit einmalige Gesetz ist ein wichtiger erster Schritt für die ökologische Sicherheit für die kommenden Generationen. Zerstörte Natur soll in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden und so den Bestand von Bestäubern, natürlichen Ressourcen, sauberer Luft und sauberem Wasser zu sichern.

Was jetzt „nur“ noch fehlt ist die Umsetzung in den einzelnen Ländern. Es ist aber wieder zu erwarten, dass die Länder anhand der vorgeschlagenen Texte auch nur einen Kompromiss durch ihre Parlamente bekommen und in einem Gesetz verankern können. Das wäre dann wieder mal ein Kompromiss vom Kompromiss.

Da gibt es aber nur ein Problem – die Natur macht keine Kompromisse. Aber immerhin, ein Anfang ist gemacht.